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Energiesparlampen - Was lässt sich rausholen

Nachdem in den nächsten 3-4 Wochen meine konventionelle 60W Glühbirne an der Küchendecke ihren Geist bzw. ihre Leuchtkraft aufgeben wird (hat wenig mit Hellseherei oder Voodoo zu tun, eher mit durchschnittlich 2,5h täglichen Betriebs bei 1000h Lebensdauer und dem letzten Tausch im Dezember 2007) und ich jetzt schrittweise meine Lampen auf Energiesparlampen umstellen will, hier dazu meine Überlegungen und Rechenbeispiele.
Energiesparlampen, oder richtigerweise Kompaktleuchtstofflampen (umgangssprachlich "kleine Neonröhren") erzielen ihren Spareffekt durch die Tatsache, dass sie für die selbe Leuchtkraft nur ca. 20% der Energie einer herkömmlichen Glühbirne (Allgebrauchslampen) benötigen.
Ein weiterer großer Vorteil ist die deutlich längere Lebensdauer. Bei der Lebensdauer trennt sich bei Energiesparlampen die Spreu vom Weizen. Die untere Grenze liegt bei billigen Leuchten im Bereich von 4000 Betriebsstunden und kann bei den teuren Varianten bis zu 15000h und darüber hinausreichen. Egal ob billig oder teuer, die durchschnittlich 1000 Stunden einer normale Glühlampe übertreffen sie aber im Regelfall immer.

Wo allerdings Energiesparlicht, da auch Energiesparschatten. Das größte Problem im Betrieb dürfte die Auf- bzw. Vorheizphase der Lampen sein. Energiesparlampen benötigen ca. 1-2min bis sie ihre Endhelligkeit erreichen, kurz nach dem Einschalten haben sie durchschnittlich nur 50-80% ihrer maximalen Helligkeit. Aus diesem Grund sind sie für die Beleuchtung von Durchgängen, Abstellkammern usw., also für Räume die nur kurzzeitig beleuchtet werden, kaum die beste Lösung.
Vorurteile wie "kaltes Licht" oder geringe Schaltzyklen gelten für die heute verfügbaren Lampen nicht mehr. Die Farbwiedergabe entspricht dem Farbspektrum einer normalen Glühlampe und auch die 500.000 200.000 Schaltzyklen, die von den meisten Herstellern angeben werden, dürften mehr als ausreichend sein.

Welches Sparpotential steckt aber nun wirklich in einer Energiesparlampe?
Besagte Küchenlampe hat gute Vorraussetzungen um mit einer Energiesparlampe betrieben zu werden: Wenn sie benötig wird, ist sie meist länger als 10min eingeschalten und hat mit ca. 2,5h täglich eine relativ hohe Beanspruchung.

Wollen wir den Wettkampf beginnen.

Folgende Lampen treten gegeneinander an:

Philips Allgebrauchslampe 60W (1000h Lebensdauer) um 0,40€
vs.
Philips Genie ESaver 11W (8000h Lebensdauer) um 8,02€

Zuerst die jährlichen Anschaffungskosten für die Lampen:

Jährlichen Anschaffungskosten der Allgebrauchslampe:
Lampenkosten pro Jahr: 365 Tage * 2,5 Stunden = 912,5h im Jahr => 912,5h/1000h = 0,9125 Lampen/Jahr * 0,4€ = 0,365€

Die jährlichen Anschaffungskosten für die Deckenlampe betragen somit 0,365€ im Jahr.

Jährlichen Anschaffungskosten der Energiesparlampe:
Lampenkosten pro Jahr: 365 Tage * 2,5 Stunden = 912,5h im Jahr = 912,5h/8000h = 0,114 Lampen/Jahr * 8,02€ = 0,91€

Die Energiesparlampe ist nach dieser Rechnung also 2,5 mal teurer in der Anschaffung (über die Lebensdauer gesehen) als die normale Glühbirne.

Sehen wir uns nun die Kosten für den Energieverbrauch an:

Jährliche Betriebskosten der Allgebrauchslampe:
Betriebskosten im Jahr: 365 Tage * 2,5 Stunden = 912,5h im Jahr => 912,5h * 60W = 54,75 kWh pro Jahr => 54,75 kWh * 0,19€ = 10,4€ im Jahr

10,4€ zahle ich also im Jahr dafür, dass es bei mir in der Küche hell ist. Die Sache mit dem Stromkostenberechnen kann man, wenn man es genauer wissen will, hier nachlesen.

Jährliche Betriebskosten der Energiesparlampe:
Betriebskosten im Jahr: 365 Tage * 2,5 Stunden = 912,5h im Jahr => 912,5h * 11W = 10 kWh pro Jahr => 10 kWh * 0,19€ = 1,9€ im Jahr

Die Energiesparlampe verursacht also 5,5 mal weniger Stromkosten im Jahr.

Gesamtkosten pro Jahr für "Die Küchenlampe":
Allgebrauchslampe: 0,365€ + 10,4€ = 10,77€
Energiesparlampe: 0,914€ + 1,9€ = 2,81€

Wir sehen, die Energiesparlampe verursacht 3,8 mal weniger Kosten bzw. bringt eine Ersparnis von ca. 74%.

Jetzt noch ein Beispiel um ein weiteres Argument zu entkräften das ich des öfteren zu hören bekomme. Einige Leute führen die abgegebene Wärme der Glühbirne als Energiesparpotential für das Heizen an und stellen dabei das Energiesparpotential der Energiesparlampe in Frage. Wie die Energiesparlampe hier im Vergleich abschneidet lässt sich einfach nachrechnen.
Grundsätzlich stimmt es, Glühbirnen geben nicht nur Licht, sondern auch viel Wärme ab, viel zuviel übrigens. Die Lichtausbeute von Allgebrauchslampen liegt bei mageren 5%, womit die restlichen 95% der Energie als Wärme in den Raum abgebenen werden.

Reduzierung der Heizkosten durch meine 60W Küchendeckenwärmebirne:

Geheizt wird bei uns üblicherweise nicht ganzjährig, sondern nur in den Wintermonaten, also von Anfang November bis Ende März, 5 Monate also oder ca. 150 Tage. Die Wärmeleistung der 60W Birne beträgt (wie wir jetzt wissen) 95%, bei 60W Eingangsleistung sind das 57W Heizleistung.

Zusätzliche Heizleistung: 150 Tage * 2,5h = 375h pro Heizjahr => 375h * 57 W = 21,375 kWh Heizleistung

Die Glühbirne bringt also im Jahr 21,375 kWh zusätzliche Heizleistung in die gute Stube. Nachdem ich das Haus mit Öl beheize und die Heizkosten für ein kWh mit Heizöl momentan bei 0,06 Cent pro kWh liegen, reduzieren sich damit meine Heizkosten um 21,375kWh * 0,06€ = 1,28€.
Zieht man die 1,28€ jetzt noch von den Gesamtkosten der Allgebrauchslampe (10,77€) ab, bleiben noch 9,49€ Jahresbetriebskosten für die Küchendeckenwärmebirne übrig. Das Sparpotential der Energiesparlampe ist somit nicht mehr 74%, sondern "nur" mehr ca. 70%. Man kann also definitiv sagen - Mythos zerstört!

Als nächste Ziel habe ich mir vorgenommen, mal alle Leuchtmittel im Haus auf die Umstellung auf Energiesparlampen zu überprüfen. Bei einer geschätzen Anzahl von ca. 50 Glühbirnen in unserem Haus, wird sicher die eine oder andere Glühbirne noch dabei sein, bei der sich ein Sparpotential finden lässt.

  1. 19. Januar 2009, 17:38 | #1

    Kürzlich im TV gesehen (beim Durchzappen, keine Ahnung wo) .. die IKEA-Energiesparlampe hat die besten Ergebnisse geliefert.

    Und ist günstig und läuft und läuft und läuft .. auch bei uns in der Wohnung. ;)

  2. 19. Januar 2009, 22:18 | #2

    @Benni
    Über die IKEA Lampe "SPARSAM" hab ich auch schon einiges gelesen. Die meisten waren eigentlich durchwegs zufrieden und das Preis/Leistungsverhältnis von 4€ für eine 15W Lampe mit 10.000h Brenndauer ist sowieso schwer zu schlagen.

  3. 23. Januar 2009, 01:22 | #3

    Wir haben bei uns auch ein paar IKEA SPARSAM laufen und sind sehr zufrieden. Einziger Minuspunkt, es dauertn einen Moment bis Sie die volle Leuchtleistung erreichen. Von Osram gibt es schon Birnen mit Schnellstartfunktion.

  4. 23. Januar 2009, 09:58 | #4

    @Christian
    Es gibt schon einige Lampen mit Schnellstartfunktion, allerdings schlägt sich das deutlich auf die Schaltfestigkeit. Im Stiftung Warentest Artikel wurden auch einige Energiesparlampen mit Schnellstart getestet und dort sieht man, dass bei diesen Lampen die Schaltzyklen und Berennstunden in etwa den selben Wert haben (zwischen 6000-8000). Haben die Lampen also einen durchschnittliche Brenndauer von 30min, halbiert sich somit ihre Lebendauer und sind es gar nur 15min, ist man schon in der Nähe der Lebensdauer von normalen Glühbirnen. Energiesparlampen mit Schnellstartfunktion sind meiner Meinung nach momentan nur etwas für sprichwörtliche Dauerbrenner (...und dort bringt die Schnellstartfunktion eigentlich keinen besonderen Vorteil).

  5. 24. Januar 2009, 12:13 | #5

    Gut zu wissen danke. Da werde ich mir erstmal keine Schnellstarter kaufen. Ich hoffe ja schon auf LED-Birnen wenn die mal Marktreif werden.

  6. Ursula Degner
    2. Dezember 2010, 15:35 | #6

    ich finde es komisch wie viel wir spenden ohne es zu erkennen! Wenn wir solche Kostenvoranschlage machen, dann ist es 100% klar wie übertrieben wir Geld werfen.

  1. 21. Januar 2009, 22:53 | #1