| Menschen sind Idioten |
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| Written by A-Hoernchen | |
| Monday, 20 February 2006 | |
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"Menschen sind Idioten" ist ein Zitat eines meiner Arbeitskollegen und soll mir heute als Titel für den ersten Blogeintrag meines Lebens dienen. Ein denkbar kurzer Satz mit einer doch ziemlich unangenehmen Aussage. Und an genau diesen Satz erinnerte mich vor kurzem eine ebenfalls unangenehme Situation. "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen" heißt es in einem Sprichwort. Nun, ich tue jeden Tag eine kleine Reise - nämlich zu meinem Arbeitsplatz und wieder retour, was mit etwa 120km täglich zu Buche schlägt. Und was kann ich erzählen? Autofahrergeschichten. Um es präziser auszudrücken: Erkenntnisse über das Verkehrsverhalten der Menschen, denen ich auf den Straßen begegne. Auf Grund des Titels werden Sie richtig vermuten, dass ich mich dabei weniger auf Lobeshymnen über das rücksichtsvolle und vorausschauende Miteinander beziehen werde, sondern eher auf weniger Glorreiches. Nun gut, "Menschen sind Idioten ... das ist eine Verallgemeinerung", werden Sie jetzt sagen, und wir wissen ja: "Alle Verallgemeinerungen sind falsch." Haben Sie sich über diesen Satz schon einmal ernsthaft Gedanken gemacht? Nein? Dann sollten Sie es jetzt einmal kurz tun. Ja richtig, die Aussage hat einen logischen Fehler - die kann nämlich nicht funktionieren. Ähnlich wie bei dem Satz "Es gibt nichts, was es nicht gibt." Auch so ein blödes Wortspiel das absolut nicht widerlegbar ist. Ich frage mich ja, ob solche Sätze zufällig entstehen oder ob es wirklich Leute gibt, die sich über sowas Gedanken machen. Ich jedenfalls habe den Satz von meinem Vorgesetzten während meiner Zeit beim Bundesheer. Allerdings bezweifle ich, dass er sich jemals Zeit genommen hat über diesen Ausspruch nachzudenken. Aber das ist eine andere Geschichte - zurück zum Thema. Wie bereits erwähnt lege ich täglich etliche Kilometer auf der Straße (großteils Autobahn) zurück. Nun ist es ja so, dass Autofahren ein gewisses Sozialverhalten vorraussetzt. (so|zi|al <Adj.> [frz. social < lat. socialis = gesellschaftlich (1); gesellig ...) Natürlich gibt es auch Regeln über das Verhalten im Straßenverkehr und es darf ja eigentlich auch keiner ein Fahrzeug lenken ohne eine entsprechende Prüfung abgelegt zu haben. Also könnte man grundsätzlich davon ausgehen, dass jeder die Regeln kennt. Sie haben sicher den Konjunktiv bemerkt, denn ich glaube genau da fangen die Probleme an. Das Kennen alleine reicht nicht aus. Nur allzu oft erinnert mich das Umfeld auf der Autobahn an das Verhalten kleiner Kinder. Die wissen meist auch ganz genau was sie dürfen und was nicht, aber solang man nicht erwischt wird ... na, Sie kennen das ja sicher. So betrachtet sollte der Titel vielleicht "Menschen sind Kinder" lauten, aber das würde die Sache nicht auf den Punkt bringen. Denn Kinder sind sich oft der Konsequenzen ihrer Taten (noch) nicht bewusst, aber diese Ausrede kann/darf ab einem gewissen Alter (ich sage jetzt bewusst nicht Reife) einfach nicht mehr gelten. Schließlich gibt es in unserm Rechtssystem Altersbegrenzungen und nicht Reifebegrenzungen. Wie soll man Reife eigentlich messen? Gibt es eine Einheit für Reife? ... aber ich komme schon wieder vom Thema ab. Zurück zum Straßenverkehr. Ich sehe ja ein, dass beispielsweise Stress oder Emotionen das Fahrverhalten beeinflussen können, aber man sollte dabei nie das rationale Denken komplett in den Hintergrund rücken lassen (ra|ti|o|nal <aus gleichbed. lat. rationalis>: die Ratio betreffend; vernünftig, aus der Vernunft stammend, von der Vernunft ...). Worauf will ich hinaus? Nun, besagtes Erlebnis auf der Autobahn: Abends am Heimweg auf einem zweispurigen Streckenabschnitt der allgemein auf 100 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit beschränkt ist. Das Verkehrsaufkommen war an diesem Tag relativ gering und so kam ich am rechten Fahrstreifen recht gut voran. Ich bemerkte im linken Außenspiegel, dass sich relativ gemächlich ein Fahrzeug näherte. Es war eine Mittelklasse-Limousine mit Wiener Kennzeichen die sich mit geschätzten 115 km/h an mir vorbeischob. Erst jetzt erkannte ich, dass sich hinter dem Wiener ein zweites Fahrzeug mit erheblich höherer Geschwindigkeit näherte, jedoch ohne erkennbare Anzeichen diese zu verringern. Um einen Unfall zu vermeiden musste der Herannahende (ich weiß nicht, ob es sich bei dem Lenker um eine Fahrerin oder einen Fahrer handelte, weswegen ich bei der gebräuchlichen maskulinen Form bleibe) also zusehen, die Bewegungsenergie seines Fahrzeugs in Reibungswärme seiner Bremsen zu verwandeln. Dies tat er auch so präzise, dass er dem Wiener (auch hier keine Aussage über das Geschlecht) mit etwa einem Meter Abstand und angeglichener Geschwindigkeit folgte. Überflüssig zu erwähnen, welche Länge an Abstand bei einer solchen Geschwindigkeit als vernünftig zu bezeichnen wäre. Ich persönlich deute das ja immer als eine Art von "Platzhirsch-Verhalten", mit dem der Auffahrende verdeutlichen will, dass jetzt ein größeres/stärkeres Männchen anwesend ist und seinen Anspruch auf der Überholspur anmeldet. Sicherlich gibt es dazu auch eine streng wissenschaftliche Erklärung und vermutlich sind sogar schon ganze Bücher über dieses Thema geschrieben worden. An dem zweiten Fahrzeug konnte ich nun ein deutsches Nummernschild erkennen. "Klischee!", werden nun einige rufen. "Realität!", kann ich da nur erwiedern. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich versuche hier nicht satirisch zu sein oder irgendjemanden in Schubladen zu stecken. Solche Szenen erlebe ich Tag für Tag und das allein wäre für mich auch noch nicht Anstoß genug gewesen einen Blogeintrag darüber zu verfassen. Vielmehr waren die nachfolgenden Ereignisse Triebfeder für diesen Text. Die "Annäherungsversuche" des Hintermannes blieben bei dem Wiener natürlich nicht unbemerkt und offensichtlich fühlte er sich dadurch auch etwas bedrängt oder in seinem Fahrstil bekritelt. Was auch immer der Grund war er führte dazu, dass der Wiener kurz aber bestimmt in die Bremsen trat. Offenbar hatte der Deutsche mit so einer Aktion gerechnet, denn die kurze Reaktionszeit bis auch er sein Fahrzeug verzögerte war beachtlich. Allerdings hatte er scheinbar unterschätzt wie stark sein Vordermann bremsen würde. Denn abgesehen davon, dass sein Fahrzeug ins Schlingern und dadurch meinem Auto gefährlich nahe kam, verringerte sich auch der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen neben mir auf circa 20cm. Ich persönlich betrachte das als "haarscharf einem Unfall entkommen", da sich das ganze direkt neben meiner Fahrertür abgespielt hatte. Es war das erste Mal, dass ich ein solch gewagtes Manöver quasi aus der ersten Reihe mitverfolgen musste. Abgesehen davon hätte ich kaum eine Möglichkeit gehabt einen Zusammenstoß zu vermeiden, hätte einer der beiden die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Die Frage die ich mir nun stelle ist, welcher der beiden Fahrer sich "unsozialer" verhalten hat. Apropos, ist Ihnen eigentlich schon einmal aufgefallen, dass es keine Steigerungsstufe von falsch gibt? Offenbar kann man nichts falscher machen als ein Anderer es falsch machen könnte. Also ich frage mich: Wäre der Deutsche Hauptschuldiger der dem Wiener, der sowieso schon ein wenig zu schnell unterwegs ist, zusätzlich auch noch nötigt? Oder ist es der Wiener, der in der ohnedies schon gefährlichen Situation durch sein bewusstes Bremsen einen Auffahrunfall praktisch herausfordert? Meinem Hausverstand zufolge haben sich beide Fahrer absolut falsch verhalten und es gibt sicher rechtlich eindeutige Sprüche in denen dargelegt wird, wen wieviel Schuld träfe, wäre diese Aktion nicht glimpflich ausgegangen. Aber hieße es in so einem Fall nicht so schön "Da sind wieder zwei Idioten zusammengekommen."? Ja, ich glaube Menschen sind Idioten, und ja, das ist eine Verallgemeinerung und schließt auch Sie und mich mit ein. Denken Sie mal darüber nach. |
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| Last Updated ( Tuesday, 21 February 2006 ) |
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